Schilddrüsenkrebs


Jod beugt vor und heilt
Schilddrüsenkrebs
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Auch Halsschmerzen können ein Zeichen sein, dass mit der Schilddrüse etwas nicht stimmt.

Die gute Nachricht: Schilddrüsenkrebs ist selten. Die schlechte: Nach Reaktorunfällen steigt die Anzahl der Erkrankungen. Doch was macht die Schilddrüse überhaupt? Wie beugt man Schilddrüsenkrebs vor und was können Ärzte tun, wenn Drüsen- zu Krebszellen werden?

Die stille Hormonfabrik

Gerade mal 20 Gramm bringt eine Schilddrüse durchschnittlich auf die Waage, damit wiegt sie so viel wie acht Stück Würfelzucker. Interessanterweise ist sie im Schnitt aber nur so groß wie zwei bis drei Würfelzucker. Trotzdem beeinflusst dieses "Miniorgan" den ganzen Körper. Unter dem Kehlkopf sitzend produziert die Schilddrüse am laufenden Band Hormone, vor allem Thyroxin (T4) und Trijodidthyronin (T3). Über das Blut gelangen diese Hormone in nahezu jede Zelle des Körpers und kurbeln dort den Stoffwechsel an: Der Blutdruck steigt, wir verdauen unser Essen und uns wird warm.

Die Schilddrüse mag keine Fertigpizza

Damit die Produktion nicht still steht, braucht die Schilddrüse Jod – ohne dieses Spurenelement funktionieren ihre Hormone nicht. Damit ein Erwachsener die Arbeit seiner Hormonfabrik aufrechterhalten kann, benötigt er täglich rund 200 Milligramm Jod. Wer sich gesund ernährt, nimmt diese Menge problemlos zu sich. Spinat und Fisch enthalten viel Jod. Auch in Salz steckt das Spurenelement. Steht allerdings regelmäßig Fertigpizza statt Gemüse und Fisch auf dem Speiseplan, macht sich die stille Hormonfabrik bemerkbar: Sie beginnt zu wachsen. Ein Kropf entsteht. Der ist zwar nicht bösartig, oft hilft aber nur noch eine Operation, um das wuchernde Gewebe zu entfernen.

Strahlendes Jod gegen den Krebs

Zudem gilt ein Jodmangel als Risikofaktor für Schilddrüsenkrebs. Nach Angaben des Robert-Koch-Instituts erkranken jährlich 5.000 Deutsche. Erste Anzeichen sind harte Knoten, die sich unter dem Kehlkopf tasten lassen. Mit Hilfe eines Ultraschalls, dem Kernspintomografen oder speziellen Röntgenverfahren erkennt der Arzt, ob die Knoten bösartig sind. Findet er tatsächlich einen Tumor, entfernt er diesen. Anschließend bestrahlt er das umliegende Gewebe. Statt von außen vorzugehen, gibt er seinen Patienten Jod. Der Trick dabei: Die Jodmoleküle sind radioaktiv markiert und damit sehr instabil. In der Schilddrüse angekommen, zerfallen sie und setzen Strahlen frei, die das restliche Tumorgewebe zerstören. Andere Organe nehmen kaum Jod auf, daher bleibt der Rest des Körpers weitgehend verschont. Dank der Radiojodidtherapie überleben heutzutage über 90 Prozent der Schilddrüsenkrebs-Patienten – wenn die Diagnose rechtzeitig erfolgt.

Der Super-GAU für die Schilddrüse

Um zu verhindern, dass sich Knoten bilden, ist also eine gesunde Ernährung wichtig. Wie so oft spielt neben dem Speiseplan aber auch das, was auf unseren Genen steht, eine Rolle. So erhöhen bestimmte Mutationen das Risiko, an Schilddrüsenkrebs zu erkranken. Eine weitere Gefahr droht durch Atomkraftwerke: Treten Strahlen aus, enthalten diese instabiles Jod. Die gesunde Schilddrüse reichert dann große Mengen davon an. Allerdings zerstört das instabile Jod dann keine Krebs-, sondern Drüsenzellen. Verändern die Strahlen Gene, die das Wachstum kontrollieren, entartet die Drüsenzelle: Sie vermehrt sich immer weiter – eine Krebszelle entsteht.

Nach dem Reaktorunglück in Tschernobyl schnellte so die Zahl der Schilddrüsentumoren in die Höhe. Ähnliche Folgen befürchten Experten derzeit in Japan. Behörden verteilen deshalb Kaliumjodid-Tabletten an die Bevölkerung. Wer in Katastrophengebieten wenige Stunden vor einer Strahlenexposition seine Schilddrüse mit stabilem Jod flutet, reichert kein radioaktives Jod an. So schützen Betroffene sich zumindest vor Schilddrüsenkrebs - gegen alle anderen Krebsformen können die Tabletten nichts ausrichten.

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