Heilpflanzen von A-Z: Alles mit I


Indischer Hanf
Indischer Hanf
Kojin/Shutterstock.com

Wissenschaftlicher Name: Cannabis sativa L.

Allgemein

Erste Erwähnung findet Cannabis (Hanf) im Arzneibucht des chinesischen Kaisers Shen Nung ca. 3000 v.Chr. Cannabisharz wurde als Heilmittel bei Verstopfung, Frauenkrankheiten, Gicht, Malaria, Rheumatismus und Geistesabwesenheit empfohlen. Auch die psychotropen Eigenschaften werden erwähnt.

Im Mittelmeerraum ist die Pflanze seit der Antike bekannt. Ägypter und Assyrer verwandten sie als Räucherwerk. Die Römer bauten die Pflanze als Rohstoff für Seile und Netze und auch für medizinische Zwecke an. Im mittelalterlichen Europa kannte man bis ins 17. Jahrhundert den Indischen Hanf nicht.

Erst im 19. Jahrhundert wird er als Heilmittel mit euphorisierender Wirkung beschrieben und gegen Neuralgien, schmerzhaften Rheumatismus, Veitstanz, Tetanus und Schlafstörungen eingesetzt. Andere beschriebene Einsatzgebiete: Epilepsie, Cholera, Bronchitis, Asthma, Augenentzündungen, Abortus und schwache Wehen. Heute ist die Fasergewinnung noch immer ein bedeutender Wirtschaftsfaktor in vielen Regionen.

Charakteristik

Das Ursprungsgebiet der Pflanze war wahrscheinlich Vorder- und Mittelasien. Heute wird sie weltweit in den gemäßigten und tropischen Regionen angebaut. Die Blütezeit bginnt im Juni und geerntet wird zwischen August und Oktober. Medizinisch verwendet werden der Indische Hanf, der aus den getrockneten blühenden oder mit Früchten versehenen Zweigspitzen der weiblichen Blüten besteht, die reifen Hanffrüchte und verschiedene homöopathische Zubereitungen aus frischen und getrockneten Pflanzenteilen.

Anwendungsbereiche

Innere Anwendung: bei Erkrankungen des Magen-Darm-Traktes wie Geschwüren oder Krebs, bei Erkrankungnen der Atemwege wie Asthma, Emphysemen oder chronischer Bronchitis, Neuralgien, Migräne, Harnwegserkrankungen und auch bei Angststörungen
Indische und Chinesische Medizin: nervöse Verstimmung, Schlaflosigkeit, Erbrechen, Durchfall, Entzündungserscheinungen auch bei Husten und Tetanus

Dosierung

Mittlere Einzelgabe: 0,1 g Droge

Wirkung und Nebenwirkungen

Die Wirkung für genannte Indikationen ist nicht belegt. Hanf wirkt jedoch nachweisbar schmerzhemmend, keimtötend, Tumor-hemmend, appetitanregend und auch psychotrop, was einen Einsatz bei Beachtung der Dosierungshinweise rechtfertigt.

Risiken der bestimmungsgemäßen Anwendung therapeutischer Dosen der Droge und Nebenwirkungen sind nicht bekannt. Bei oraler Gabe oder Inhalation einer Zigarette (toxische Dosen) zeigen sich Stimmungsveränderungen, Antriebsminderung, Änderung von Aufmerksamkeit, Denkabläufen, Wahrnehmung, Gedächtnis, Zeitgefühl und Bewegungskoordination.

Sensorische Eindrücke werden gesteigert oder verändert erlebt. Das Einfühlungsvermögen ist abgestumpft, Angst, Panik und psychotische Zustände können auftreten. Diese Effekte dauern zwei bis drei Stunden an. Die Fahrtauglichkeit kann bis zu acht Stunden gestört sein. Selten kommt es zu akuten Vergiftungen mit Übelkeit, Erbrechen, Tränenfluss, Reizhusten, Herzbeschwerden und Taubheit der Gliedmaßen. Todesfälle sind sehr selten.

Anwendung in Lebensmitteln

Cannabis ist eine der bekanntesten psychotropen, schmerzhemmenden und euphorisierenden Drogen. Das Harz und die Blütenspitzen werden mit Tabak vermischt geraucht, die getrockneten größeren Blätter mit Früchten vermischt oder Wasser zerstampft zur Herstellung von Getränken oder Konfekt verwendet. Die vielfältigen und außergewöhnlichen Eigenschaften wie auch die jahrhundertealte medizinische Anwendungserfahrung sprechen für eine Verwendung auch in Functional Food Produkten.

Autor: Thomas Brendler, Joerg Gruenwald, Christof Jaenicke
Ingwer
Ingwer
joloei/Shutterstock.com

Wissenschaftlicher Name: Zingiber officinale Rosc.

Allgemein

Ingwer stammt aus Indien und wird dort und in China schon seit Jahrtausenden angebaut und medizinisch genutzt. Über Handelswege gelangte er ins alte Griechenland und nach Rom, wo man ihn als Gewürz sehr schätzte. Hildegard von Bingen erwähnt den Ingwer, Paracelsus wendet ihn bereits an. Er gilt als Mittel gegen Erkältungen, Wunden und Zahnschmerzen. Empfohlen wurde er auch bei Magen-Darm-Schmerzen, Blähungskoliken und zur Anregung der Verdauung.

Charakteristik

Die Pflanze ist in Südostasien heimisch und in den USA, Indien und tropischen Gebieten kultiviert. Der geschälte Ingwerwurzelstock kann frisch oder getrocknet weiterverarbeitet werden. Medizinisch verwendet wird die Wurzel.

Anwendungsbereiche

Innere Anwendung: bei Verdauungsstörung und Reisekrankheit
Volksmedizin: bei Husten, Halsentzündung, Dünndarmentzündung, Unterleibsbeschwerden, rheumatischen Symptomen, Migräne und Nervenschwäche

Dosierung

500 mg Ingwerwurzelstock als gepulverte Droge pro Einnahme
Tee: 0,5-1 g grob gepulverte Droge mit kochendem Wasser übergießen, 5 Minuten ziehen lassen, anschließend durch ein Teesieb geben (1 Teelöffel entspricht etwa 3 g Droge)

Wirkung und Nebenwirkungen

Die Wirksamkeit von Ingwer gegen Reiseerkrankung, Übelkeit und Erbrechen ist wissenschaftlich in verschiedenen Studien nachgewiesen worden (Micklefield et al, 1999; Arfeen et al. 1994; Vutyavanich et al. 2001; etc.). Es bestehen keine Risiken bei bestimmungsgemäßer Anwendung therapeutischer Dosen. In der Schwangerschaft ist Vorsicht geboten. Ärzte und Apotheker geben weitere Anskunft.

Anwendung in Lebensmitteln

Die beißend-scharfe Ingwerwurzel ist besonders in der orientalischen Küche ein populäres Gewürz und wird auf breiter Basis bei der Herstellung vieler Lebensmittel und Getränke wie Ginger Ale, Colagetränke, Likör und Magenbitter, Gebäck und Plätzchen verwendet. Ingwer gilt als potenter Zusatzstoff in Functional Food Produkten.

Autor: Thomas Brendler, Joerg Gruenwald, Christof Jaenicke
Isländisches Moos
Isländisches Moos
Karl-Heinz Liebisch/pixelio.de

Wissenschaftlicher Name: Lichen islandicus

Allgemein

Isländisches Moos ist entgegen dem Namen kein Moos, sondern eine Flechte. Im hohen Norden wird die Pflanze als Grütze zubereitet und gegessen. Das erste Mal taucht die Pflanze in einem Arzneimittelverzeichnis des Jahres 1672 auf. Isländisches Moos galt als ein Mittel gegen Abmagerung, Durchfall und Erkrankungen der Atemwege. Die Flechte wird im Spätsommer und Herbst bei trockener Witterung gesammelt und an einem abgedunkelten Ort zum Trocknen gelagert.

Charakteristik

Von dem Isländischen Moos wird der getrocknete Flechtenkörper verwendet. Es wächst in Skandinavien, Kanada, Osteuropa und den GU-Staaten.

Anwendungsbereiche

Innere Anwendung: bei Schleimhautreizungen im Mund- und Rachenraum sowie Appetitlosigkeit.
Äußere Anwendung: bei schlecht heilenden Wunden.
Volksmedizin: bei Nieren- und Blasenleiden, Magenerkrankungen, Übelkeit und Erbrechen – besonders während der Schwangerschaft und bei Migräne -, Bronchitis, Keuchhusten und Durchfall.

Dosierung

Einzeldosis: 1,5 g Droge
Tagesdosis: 4 – 6 g Droge
Tee: 1,5 – 2,5 g fein zerschnittene Droge mit kochendem Wasser übergießen und nach 10 min durch ein Teesieb abgießen.

Wirkung und Nebenwirkungen

Die Droge wirkt reizlindernd durch die einhüllende Wirkung der enthaltenen Polysaccharide. Eine Lichenan und Isolichenan enthaltende Ethanolfällung des wässrigen Extrakts zeigte einen antitumoralen Effekt in Tierversuchen.
Die enthaltenen Flechtsäuren haben eine schwach antibiotische Wirkung.
Die besänftigenden und einhüllenden Effekte sind hilfreich im Falle von Irritationen der Atemwege und des Magen-Darm-Trakts.

Vorsicht: Bei Fieber und Entzündungen sollte Isländisches Moos besser nicht eingesetzt werden.

Anwendung in Lebensmitteln

Die Pflanze dient schon seit Urzeiten den nordischen Völkern als Nahrungsmittel und Arzneipflanze. Das bitter-tonisierende Aroma wird bei der Herstellung von alkoholischen Getränken genutzt.

Autor: Th. Brendler, J. Gruenwald, Ch. Jaenicke

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